Jasmine in Japan: Die Vorbereitungen

Der Anlaß

Was macht die Jasmine denn in Japan?

Alles begann mit einer Postkarte, die mir eine Freundin, die jetzt in Tokyo lebt und arbeitet, im Herbst 2023 aus dem Urlaub schickte. Aus Neuseeland, sehr hübsch, tolle Landschaft. Auf der Rückseite schrieb sie, in einem kleinen Nachsatz: „Hope we could catch up in person soon!“ (Amber, falls Du das hier liest – herzlichsten Dank für die Einladung und die Unterkunft!)

Die Karte aus Neuseeland, mit der alles begann
Die Karte aus Neuseeland

Ja, warum eigentlich nicht, dachte ich mir. Seit ich als Kind die Serie Shōgun gesehen hatte, war ich von dem Land fasziniert. Die Kultur, das Essen, die Sprache… dort hin zu reisen war immer ein lebenslanger Traum. Im Jahr 2022 wäre es fast soweit gewesen, aber die GD 2022 fand dann infolge der strikten Einreisebeschränkungen ohne meinen Arbeitgeber statt. Und für eine rein private Reise hatte mir immer das Geld und auch die Zeit gefehlt. Aber im März 2024 stand mein 50. Geburtstag an, den ich auf keinen Fall hier in Deutschland feiern wollte, ich hatte einige Rücklagen, der Yen war und ist relativ schwach. Und ich wollte meine Freundin auch ganz gerne mal wieder sehen, nachdem wir jahrelang nur virtuellen Kontakt gehabt hatten.

Also warum nicht…

Recherche und mehr Recherche

Also frisch ans Werk, denn Jasmine sollte in Japan auch was von der Reise haben. Die Reisezeit war schnell festgelegt, denn mein Geburtstag sollte auf jeden Fall dabei sein, ich wollte spät genug dran sein um eventuell die Kirschblüte noch mit zu erleben, aber ich musste Anfang April wegen einer Hochzeit bereits wieder zurück in Deutschland sein. In Anbetracht des recht teuren Fluges und weil ich auch nicht sicher war ob die Gelegenheit sich bald wieder ergeben würde, entschied ich mich, nicht unter drei Wochen zu fahren.

Im Endeffekt ergab sich, auch wegen der Flüge, der Zeitraum 5. bis 26. März. 15 Stunden Hinflug, 18 Stunden zurück mit der Lufthansa bzw. All Nippon Airways; Stuttgart-Frankfurt-Haneda bzw. Haneda-München-Stuttgart. Ich entschied mich, noch ein paar Euro draufzulegen um gegenüber der normalen Economy Class noch eine relativ günstige Stornierungsoption zu haben und landete letztendlich bei knapp 1300 EUR im Economy Plus Tarif. Es wäre vermutlich auch günstiger gegangen, aber ich wollte mir unbedingt die Option zur Stornierung offenhalten, und außerdem waren zwei Aufgabegepäckstücke schon mit dabei.

Die Reiseroute

Die Plätze die ich besucht habe

Das Datum war also gesetzt. Wo sollte es denn eigentlich hingehen? Klar war, dass die Reise in Tokyo beginnen und enden würde, und ich wollte jeweils ein paar Tage nutzen um dort die Sehenswürdigkeiten zu erkunden, zu shoppen, das Nachtleben zu erforschen und generell nicht in Stress zu geraten. Kansai, d.h. Osaka und Kyoto waren eigentlich auch gesetzt. Ein paar Tage dort bleiben, eventuell nach Nara oder Kobe, das wollte ich auf jeden Fall.

Nachdem das Wetter in Deutschland anfing richtig eklig zu werden dachte ich mir, dass ein paar Tage im Warmen auch ganz nett wären. Also warum nicht noch weiter nach Kyushu, und dort z.B. in Beppu im Onsen abhängen? Klang nach einem guten Plan für den Geburtstag.

Was noch? Irgendetwas im Norden? Oder die Westküste? Katzen! Ich wollte Katzen sehen. Die Katzeninsel Aoshima sprach mich irgendwie nicht so an und erschien mir auch sehr kompliziert zu erreichen. Aber Tashirojima im Norden, da war Sendai gleich in der Nähe und schien einiges zu bieten. Außerdem gibt es dort das Fuchsdorf Zao. Füchse! OMG!

Im Endeffekt kamen dann noch Hiroshima auf dem Weg von Tokyo nach Kyushu und Kanazawa an der Westküste dazu.

Bei der ganzen Planung und auch während der Reise war übrigens die Seite Wanderweib ausgesprochen hilfreich und ich kann sie angehenden Japanreisenden wirklich sehr ans Herz legen.

Praktisches

Das liebe Internet

Sim Card Japan
Sim-Karte von Japan Experience

Die liebe Jasmine wollte in Japan natürlich auch mit der großen weiten Welt verbunden bleiben. Schon

wegen der recht mangelhaften Sprachkenntnisse war es klar, dass Google Maps und vor allem Google Translate recht essentiell zum Überleben sein dürften. Nach meiner letzten Asienreise (China 2015) hatte ich eigentlich erwartet, dass Japan volldigitalisiert sei und mobiles Internet zu einem Spottpreis zu haben wäre.

Nun… dem ist nicht so. Ein mobiler Router war mir zu teuer und mit einer E-SIM kann mein Smartphone nichts anfangen. Letztendlich bin ich dann bei der SIM-Karte von Japan Experience gelandet. Für 31 Tage 37 EUR mit 2 GB Datenvolumen pro Tag (manchmal mehr, manchmal weniger) schien mir dann noch ganz vertretbar zu sein. Der Versand ging super schnell. Die Karte kann dann bei der Ankunft in Japan aktiviert werden. Es ist eine reine Datenkarte, wenn man also telefonisch erreichbar sein will, braucht man noch eine normale SIM. Mein Telefon hat 2 SIM-Slots, so dass ich die Karte schon in Ruhe in Deutschland hätte einbauen können – hab ich aber nicht, weil verpennt 😉

Japan-Rail-Pass?

Das Reisen in Japan… also ich wollte natürlich unbedingt das Shinkansen-Erlebnis mitnehmen! Und bei meiner Reiseroute war klar dass auch einige längere Fahrten dabei sein würden. Die würden sich sinnvoll nur mit dem Schnellzug (oder mit dem Flugzeug, was ich aber unbedingt vermeiden wollte) bewältigen lassen.

Hayabusa Shinkansen

Was also tun? Ganz billig sind die Züge ja nun nicht. Und ich hatte eigentlich auch keine große Lust mir die Verbindungen einzeln zusammenzusuchen und meine Reiseroute unflexibel planen zu müssen.

Nun gibt es ja den Japan Rail Pass. In etwa vergleichbar mit Interrail, kann man für 7, 14 oder 21 Tage das komplette JR-Netz nutzen. U-Bahnen und generell Linien anderer Betreiber gehen damit bis auf wenige Ausnahmen nicht, und für die Nozomi-Schnellzüge muss man ebenfalls Aufpreis bezahlen. Aber sonst ist alles mit drin, inklusive Sitzplatz-Reservierung, die man in den meisten Shinkansen doch braucht bzw. die sehr empfehlenswert ist.

Lohnt es sich?

Regionale Zugpässe gibt es aber auch, und für einen Teil meiner Route wäre der JR West All Area Pass sicher auch eine Alternative gewesen. Zumal die Preise für den JR Pass im letzten Jahr sehr deutlich angezogen haben: Der 14-Tage-Pass liegt jetzt bei 80.000 ¥ (je nach Kurs um die 490-520 EUR). Der JR West Pass ist deutlich günstiger, aber sowohl zeitlich als natürlich auch regional limitiert. Ausserdem war er zu dem Zeitpunkt als ich gesucht hatte, auch fast unmöglich zu buchen. Netterweise gibt es bei Wanderweib (habe ich die Seite schon empfohlen? Egal, mache ich nochmal) einen Rechner, mit dem man das ganz geschickt gegenrechnen kann.

Geschnappt!

Bei mir kam es ungefähr gleich raus. So habe ich mich dann für den Pass entschieden und ihn ebenfalls bei Japan Experience bestellt. Inklusive Versicherung und einer kleinen Hülle für die Tickets kostete das dann 527 EUR. Natürlich ist dann die Gefahr, dass man mehr fährt als man eigentlich vor hatte, um die doch sportliche Investition zu rechtfertigen. Aber für mich war die Flexibilität auschlaggebend. Die Möglichkeit, spontan z.B. nach Himeji zu fahren oder recht kurzfristig den Reiseplan zu modifizieren habe ich dann auch ausgenutzt.

Nach ein paar Tagen kam dann der Voucher, den man dann in Japan umtauscht und den ich natürlich wie ein rohes Ei gehütet habe.

Rail-Pass-Voucher
Voucher für den JR Pass

Unterkünfte

Blieb also noch das Thema Unterkunft zu erledigen. Hier bin ich dann tatsächlich einfach bei Booking.com gelandet. Ich bin kein so Hotel-Mensch, und netterweise sind in Japan auch billige Hotels sehr gut. Ausserdem wollte ich auf jeden Fall mindestens einmal in einem Ryokan übernachten und einmal auch im Kapselhotel (habe ich dann nicht gemacht).

Matsushima Koumura Ryokan
Matsushima Koumura Ryokan

Wichtig war mir, dass man die Unterkünfte noch relativ kurzfristig stornieren konnte. Da ein Teil meiner Reise in die Kirschblüte fallen würde, wollte ich diese Buchungen nämlich schon frühzeitig eintüten. Da zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, ob Amber auf einem Teil der Tour mitkommen würde, wollte ich ausserdem alles für zwei Personen buchen. Im Endeffekt waren die Preisunterschiede für Einzel- oder Doppelzimmer sowieso zu vernachlässigen (wenn man die Gesamtkosten der Reise mal betrachtet).

Das war also nicht ganz einfach, da ich ja auch so planen musste dass man an den jeweiligen Orten was sinnvoll machen kann, und tendenziell die Züge in Japan nicht so sehr früh los fahren. Also kompliziert.

Nach etwa zwei Wochen hatte ich dann etwas zusammen gepuzzelt. Gebucht, zufrieden zurückgelehnt. Textnachricht bekommen: „Oh meine Eltern kommen auch in der Zeit in der Du da bist und müssten auch bei mir übernachten. Kannst Du irgendwie ein bisschen anders planen, speziell die Rundtour etwas später?“

Eieiei… Ging dann aber, meine Lieblingsunterkunft in Yufuin (die ich extra wegen der resident cat ausgewählt hatte) war zum Glück noch an anderen Tagen frei, und so konnte ich die gesamte Rundreise um 5 Tage nach hinten schieben.

Relax (don’t do it)

Damit war dann alles erledigt, und abgesehen von vielen Kleinigkeiten (Urlaub beantragen… Koffer kaufen… Klamotten zusammenstellen… Oh… ist mein Pass überhaupt noch gültig?…) konnte ich den Flug dann entspannt abwarten. Mia würde wieder zu Keiko, Vincent und Emi ziehen, und ich hatte noch ein paar Tage davor und danach Urlaub eingeplant. Also alles paletti und ich konnte es kaum erwarten bis es dann losgehen sollte.